Freiwilliges Ökologisches Jahr
in Schleswig-Holstein

Erfahrungen von Laura in der Einsatzstelle Kurtuvenai in Litauen, 30. April 2013

Die Einsatzstelle ist im Regionalpark Kurtuvenai im Nordwesten Litauens.
Ihr lebt im gleichnamigen Dorf neben 300 Einwohnern direkt über eurer Arbeitsstelle. Das Herz des Dorfes bilden eine gigantische Kirche im barock‘schen Stil, der Reitstall, ein traditionell litauisches Holzhaus, sowie der Campingplatz und ein kleiner traditioneller Pub.

In Kurtuvenai arbeiten insgesamt 4 Freiwillige, 2 FÖJler und 2 EVS-TeilnehmerInnen aus Europa. Diese kommen von einer Organisation welche insgesamt 15 Freiwillige in ganz Litauen aussendet, dies bietet viele Möglichkeiten andere National- oder Regionalparks kennenzulernen und sich auszutauschen. Außerdem eine super Gelegenheit verschiedene Kulturen und neue Sprachen kennenzulernen. Eure Unterkunft ist sehr komfortabel, jeder hat sein eigenes Zimmer mit Bad und zusätzlich gibt es noch eine große Wohnraumküche. Es gibt also genügend Platz auch mal Familie oder Freunde einzuladen.

Damit ihr es einfacher habt mit der Kommunikation, bekommt ihr einen Sprachkurs. Dieser findet 1-2 Mal die Woche in Siauliai der nächstgelegenen Stadt statt.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Arbeitsmoral der Litauer sich von der der Deutschen grundlegend unterscheidet. Es ist nicht gängig, dass den Freiwilligen hier ein striktes Arbeitsprogramm vorgegeben wird. Es gibt verschiedene Dinge jede Woche abzuarbeiten; wann genau ihr die Arbeit erledigt ist weitgehend euch überlassen.

DSCF2837Im Winter gibt es aufgrund des Schnees weniger Arbeit für draußen. Aber ihr könnt die Arbeiter im Stall unterstützen indem zum Beispiel die Pferde gestriegelt und bewegt werden, entweder an der Longe oder bei Interesse könnt ihr auch reiten. Außerdem muss die Reithalle einmal in der Woche präpariert werden, das bedeutet der Sand von der Bande wegschaufeln und ihn wässern. Auch eure Kreativität ist gefordert wenn es darum geht die Hindernisse fürs Pferdespringen zu bauen und zu streichen. Die Grundschule hier in Kurtuvenai kommt einmal in der Woche in den Stall, dann dürfen die Kinder die Pferde striegeln und durch die Halle reiten. Bei diesem Programm seid ihr absolut nützlich, denn jemand muss die Kinder beaufsichtigen und das Pferd führen.

Neben den Arbeiten im Stall, gilt es Informationen im Internet über den Park zu korrigieren, erneuern , übersetzen…etc.

Picture 045Eine wichtige Aufgabe im Winter wäre die Langlaufrouten mit dem GPS einzumessen, also falls ihr Langlaufen könnt ab auf die Ski und das GPS in den Rucksack und losgehts. Falls ihr es nicht könnt, eine tolle Gelegenheit es zu lernen. Mit den Daten sollen später Karten für die Touristen erstellt werden. Falls ihr euch mit dem Computerprogramm ArcGis auskennt könntet ihr eine große Hilfe sein.

Immer wieder gibt es Bildungsangebote mit Schulklassen. Dabei werden zum Beispiel Spuren im Schnee bestimmt oder Kerzen hergestellt…etc.

Im Holzhaus finden immer wieder Veranstaltungen statt, dafür muss es hergerichtet, dekoriert und geputzt werden. Besonders schön ist die Freiheit die man bei der Gestaltung bekommt, ihr könnt eurer Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem ist es eine sehr schöne Gelegenheit die Traditionen und Kultur der Litauer besser kennenzulernen. Das Erhalten der litauischen Traditionen bildet neben dem Naturerlebnis eine Schlüsselaufgabe des Parks.

Ansonsten muss für das Heizen des Offices und eurer Wohnung immer wieder Holz gehackt werden.

DSCF5031Sobald der Frühling kommt beginnt sich alles zu bewegen. Die Menschen werden aktiver und natürlich erwachen die Blumen. Vor dem Office befinden sich mehrere Beete welche gepflegt werden müssen. Das bedeutet Unkraut jähten und Blumen pflanzen. Es sollen auch einige Wildblumenbeete entstehen, dafür muss man im Voraus die Blumen bestimmen, ihre Habitate ausfindig machen, um sie so pflanzen zu können.

Auch die Vögel kommen im Frühling zurück. Monitoring-Arbeiten stehen auf dem Plan. Manche Populationen sind mit Nummern gekennzeichnet die man nur durch intensives Monitoring erkennt. Um ihr Verhalten genauer zu untersuchen gilt es hier auch die Routen, welche diese im Park zurücklegen, zu datieren.

Neben all diesen Arbeiten muss der Campingplatz an 2 Tagen in der Woche von euch betreut werden. Das bedeutet Touristen ein – und auschecken, für Informationen zur Verfügung stehen und die Küche verwalten.

Eure eigenen Ideen für Projekte sind immer willkommen und ihr werdet garantiert Unterstützung bekommen.

Wenn ihr gerne fotografiert könnte ein Projekt sein, Fotos von im Park lebenden Tieren und Pflanzen zu machen.

Viele Grüße aus Litauen,

Laura,

30. April 2013